Industrie beginnt hier: Tanja Gönner zu Gast bei LÜLING

Wie wettbewerbsfähig ist der Industriestandort Deutschland noch? Und was muss sich ändern, damit mittelständische Unternehmen auch in Zukunft hier investieren können? Darüber sprach Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), bei ihrem Besuch in Altena mit unserem Geschäftsführer Christian von der Crone.

Im Rahmen ihrer Mittelstandstour durch Nordrhein-Westfalen besuchte Tanja Gönner unser Werk in Altena und erhielt einen Einblick in unsere Produktion. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Bedeutung des industriellen Mittelstands und die Herausforderungen, vor denen produzierende Unternehmen in Deutschland aktuell stehen.

Seit 1857 fest mit Altena verbunden

„Industrie beginnt hier“, sagt Christian von der Crone im Gespräch. Für LÜLING gilt das ganz konkret: Seit 1857 produzieren wir in Altena und sind damit eng mit der traditionsreichen Drahtindustrie der Region verbunden.

Heute entstehen bei uns hoch spezialisierte Drähte für Anwendungen, denen im Alltag oftmals kaum jemand Beachtung schenkt. Dabei erfüllen sie entscheidende Funktionen. Unsere Produkte kommen beispielsweise in der Automobilindustrie zum Einsatz, unter anderem beim Lenken und Bremsen oder in Sicherheitssystemen.

Hinter diesen Anwendungen stehen zahlreiche Fertigungsschritte, viel Erfahrung und hohe Anforderungen an das Material. Vom Eingang des Vormaterials bis zum fertigen Draht wird jeder Prozess darauf ausgerichtet, am Ende genau die Eigenschaften zu erreichen, die unsere Kunden benötigen.

Mittelstand bedeutet Verantwortung

Für Christian von der Crone geht die Rolle eines mittelständischen Unternehmens weit über die eigentliche Produktion hinaus. LÜLING übernimmt Verantwortung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Familien, schafft Arbeitsplätze und engagiert sich in Altena und der Region.

Genau diese langfristige Verbundenheit ist eine besondere Stärke des industriellen Mittelstands. Sie macht zugleich deutlich, warum die Zukunft des Produktionsstandorts Deutschland für Unternehmen wie LÜLING von großer Bedeutung ist.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Druck

Im Gespräch mit Tanja Gönner spricht Christian von der Crone auch offen über die aktuellen Herausforderungen. Insbesondere Energie-, Arbeits- und Produktionskosten belasten die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Für LÜLING ist diese Entwicklung besonders relevant: Mehr als 50 Prozent unserer Produkte gehen in den Export. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie sich Kosten innerhalb Deutschlands entwickeln. Wir müssen uns im internationalen Wettbewerb behaupten.

Die Entwicklung hat sich aus Sicht von Christian von der Crone in den vergangenen zwei bis drei Jahren deutlich verschärft. Absatzentwicklungen und Gespräche mit Kunden zeigen, dass Produktion zunehmend aus Deutschland und Europa in andere Teile der Welt verlagert wird.

Was der Mittelstand jetzt braucht

Um wieder langfristige Investitionsentscheidungen am Standort Deutschland treffen zu können, braucht es aus Sicht von LÜLING vor allem verlässliche Perspektiven und spürbare Entlastungen.

Dazu gehören wettbewerbsfähige Energiekosten und Arbeitskosten ebenso wie weniger Bürokratie. Gleichzeitig benötigen Unternehmen Planungssicherheit bei zentralen Zukunftsfragen: Wie sieht die Energieversorgung der kommenden Jahre aus? Welche Kosten entstehen? Wie entwickeln sich die Anforderungen an die Transformation und die CO₂-Bepreisung? Welche Rolle wird Wasserstoff für die Industrie spielen?

Diese Fragen beschäftigen nicht nur uns. Auch Kunden, Partner, Banken und Mitarbeiter wollen wissen, welche Perspektive die Drahtindustrie am Standort Deutschland hat.

Die Stimme des Mittelstands nach Berlin und Brüssel tragen

Christian von der Crone engagiert sich deshalb auch im BDI-Mittelstandsausschuss. Dabei geht es nicht allein darum, die Interessen von LÜLING zu vertreten. Viele mittelständische Industrieunternehmen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen.

Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse und Erfahrungen der Unternehmen nicht nur in Südwestfalen zu diskutieren, sondern sie dorthin zu tragen, wo die politischen Rahmenbedingungen entstehen: nach Berlin und Brüssel.

Wir bedanken uns bei Tanja Gönner für ihren Besuch in Altena, das Interesse an unserer Produktion und den offenen Austausch über die Zukunft des industriellen Mittelstands.

Das vollständige Gespräch mit Tanja Gönner und Christian von der Crone gibt es hier im Video.